Eingereicht von »Obst- und Gartenbauverein Wißgoldingen« am Dienstag, 23. Juli 2013
Jetzt sammeln wir Kräuter — im Juni und Juli ist die Zeit, in der die meisten Kräuter gesammelt werden. Gesammelt werden Pfefferminze, Melisse, junge Himbeer– Brombeer– Erdbeerblätter, Kamille, Ringelblume, Borretschblüten, junge Brennesselblätter bevor die Pflanze blüht, Birkenblätter, Hollunderblüten, Lindenblüten, Johanniskraut, Schafgarbe, Lavendel, Rosenblätter und natürlich Küchenkräuter.
Kräuter pflücken ist kinderleicht und macht jeden Spaziergang zur fröhlichen Delikatessenjagd. Ein paar Grundregeln müssen jedoch beachtet werden. Zum Kräutersammeln eignet sich am besten ein luftiger Korb. Stecken Sie die Kräuter nie in eine Plastiktüte, darin machen sie schnell schlapp. Außerdem braucht man ein kleines Messer und/oder eine Schere sowie Handschuhe, um Begegnungen mit Brennnesseln und anderen wehrhaften Pflanzen heil zu überstehen. Schadstoffe lauern auch in der freien Natur. Sammeln Sie nur dort, wo die Böden relativ unbelastet sind. Also nicht an Straßenböschungen und Ackerrändern und nicht wo Jauche ausgebracht wurde. Naturschutzgebiete sind natürlich tabu. Reißen Sie die Kräuter bitte nicht aus– oder ab, damit sie nachwachsen können. Pflücken Sie nie zu viel von einer Pflanzenart am selben Ort, sonst kann sich der Bestand nicht erholen. Gehen Sie auch sorgsam mit der grünen Nachbarschaft um, in der Ihre delikaten Favoriten wachsen, und schädigen Sie andere Pflanzen nicht unnötig — die möchten schließlich auch leben. Am besten schneidet oder pflückt man am späten Vormittag bei schönem Wetter, sobald der Tau abgetrocknet ist. Wichtig ist, dass die Kräuter vollkommen trocken sind, sonst schimmeln sie. Also nicht nach dem Regen sammeln Die Pflanze muss sauber, ohne Flecken oder Fäulniserscheinung sein. Der Mondkalender empfiehlt dazu die Blütentage. Das lässt sich bei wechselhaftem und regnerischem Wetter oft nicht durchführen. Deshalb richtet man sich besser nach dem Wetter. Druiden sammelten Wurzeln früh morgens nach der Mondphase, bei Neumond, also wenn kein Mond am Himmel steht. Durch die „Zugkraft“ des Mondes auf die flüssigen Bestandteile einer Pflanze befinden sich die Wirkstoffe in hoher Konzentration in der Wurzel. Deshalb werden oberirdische Pflanzenteile an sonnigen Tagen zur Mittagszeit gesammelt. Wieder Zuhause sortieren Sie die Pflanzen nach Art, Blätter und Blüten, locker, luftig und trocken, vor Sonne und Feuchtigkeit geschützt. Zum Trocknen kann man Bündel aufhängen. Eine andere Methode ist, die Blätter zu zerpflücken und die Blätter ohne Stiele auf ein mit Zeitungspapier oder Küchentuch ausgelegtes Backblech zu legen. Der Trocknungsvorgang sollte an einem warmen Ort, jedoch nicht in der Sonne (z. B. im Wintergarten, Gartenhäuschen, Dachboden etc.) erfolgen. Es empfiehlt sich, das Blech (z. B. nach dem Kuchenbacken) noch kurz bei geöffneter Tür in den Backofen zu stellen. Sobald man die Blätter mit der Hand zerbröseln kann (rebbeln) werden sie in Glas– oder Plastikgefäßen, Blechdosen oder Papiertüten (leere Speiseeisdosen gehen auch sehr gut) aufbewahrt. Natürlich darf die Beschriftung und das Datum nicht vergessen werden. Experimentieren Sie mit den Kräutern: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß.