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Eine besondere Art, Pflanzen zu verstehen

Eingereicht von »Freundeskreis Naturheilkunde« am Dienstag, 09. Juli 2013

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Wenn sich eine Pflanzenführerin und eine Apothekerin bei ihren Erläuterungen ergänzen, wird eine Führung durch den Apothekergarten der Weleda zum informativen, kurzweiligen Erlebnis! Herzlichen Dank an Frau Renate Fühl und Apothekerin Birgit Matuschek, die dem Mutlanger Freundeskreis Naturheilkunde Einblicke in ihr großes Wissen um die heilende Wirkung von Pflanzen ermöglichten. Klein, aber fein, bietet der Garten bei der Apotheke an der Weleda eine Auswahl an Heilpflanzen. Hier stehen giftige Pflanzen wie Fingerhut, Tollkirsche und Schierling neben Wegwarte, Malven und Johanniskraut.

Am Beispiel des Johanniskrauts sei versucht die anthroposophische Sichtweise auf eine Heilpflanze zu erläutern. Johanniskraut blüht, wenn die Sonne am höchsten steht. Wir finden sie an sehr sonnigen Stellen, Schatten mag sie nicht. Ihre gelben Blüten erinnern an kleine Sonnen. Zerreibt man die goldgelben Blüten zwischen den Fingern, färben sich diese rot. Verantwortlich dafür ist das heilkräftige Öl, das vor allem in den Blüten in hoher Konzentration vorkommt. Nimmt man Johanniskrautpräparate ein oder behandelt die Haut mit dem sogenannten Rotöl, wird die Haut lichtsensibel. All dies sind Hinweise auf den Bezug der Pflanze zur Sonne. Sie nimmt die ganze Kraft der Sonne an den schönen, langen Tagen auf und kann ihr Licht und ihre Wärme bei seelischen Verstimmungen — wenn der Mensch im Dunkeln lebt — an uns abgeben. Die Wirkungsweise der Pflanze ist heute gut untersucht und Johanniskrautpräparate werden auch von der Schulmedizin bei leichten Depressionen zur Stimmungsaufhellung gegeben. Daneben spielt das Öl eine Rolle bei der Behandlung von Nervenschmerzen, Wundheilung und allgemeinen Stärkung.

Ein weiteres Beispiel ist das giftige Bilsenkraut. Die Pflanze ist in allen Teilen hochgiftig und der Verzehr endet schnell tödlich. Bilsenkraut verursacht als Rauchdroge sehr heftige, dumpfe Halluzinationen. Das Kraut wurde früher Bier zugesetzt — daher auch der Name Pilsener — und tat hier seine entspannende, erotisierende und berauschende Wirkung. Aus gutem Grund ist das schon lange verboten. Die Pflanze hat eine recht auffallende Gestalt: An einem kräftigen Hauptspross entspringen die Blätter ohne erkennbares System, sie erscheinen geradezu wild angeordnet. Dazwischen findet man ab Juni hellgelbe Blüten und bald darauf die Samenkapseln. Eine so locker daherkommende Pflanze muss einfach wegen ihres strubbeligen Erscheinungsbildes auch auf Menschen entkrampfend wirken! Verarbeitet zu Medizin behält sie die entkrampfende Wirkung bei, “macht locker“ und lindert Schmerzen. Bilsenkrautpräparate kommen daher bei Bronchialasthma und Muskelverspannungen zum Einsatz. Als Herzmittel gegeben leistet es gute Dienste um dieses zentrale Organ wieder in einen gesunden Rhythmus zu bringen.

Dies sind zwei Beispiele von vielen. Weitere Erläuterungen über die vielfältigen Heilpflanzen des Apothekergartens können beim Freundeskreis Naturheilkunde, E-​Mail an info@​freundeskreis-​naturheilkunde.​de, angefordert werden.

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