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Albvereinsgruppe Böbingen in Bad Waldsee

Eingereicht von »Schwäbischer Albverein OG Böbingen/Rems« am Dienstag, 18. Juli 2017

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Wanderführer Hermann Müller vom Schwäbischen Albverein Böbingen ließ sich bei der Planung des Jahresausflugs wieder etwas Besonderes einfallen: Den Besuch auf einem oberschwäbischen Mostbauernhof in der Umgebung von Bad Waldsee.

Garniert mit viel Witz und rustikalem Charme konnte die Mostbäuerin viel Wissenswertes vermitteln über die Bedeutung ihres traditionellen Bauerngartens. Aus erfahrenem Munde erfuhr man interessante Details über die Anwendung verschiedener Heilkräuter. Staunend nahmen die motivierten Zuhörer die heilpraktischen Vorführungen am Beispiel von Brennnessel, Zitronenmelisse, Salbei und Spitzwegerich zur Kenntnis.

Mit dem vom Traktor gezogenen Mostzügle ging es weiter zu den gepflegten, ökologisch bedeutsamen Streuobstwiesen, die durch ihre Vielfalt an verschiedenen, mit großen Namensschildern gekennzeichneten Apfelsorten beeindruckten. An Ort und Stelle wurden anschaulich die biologische Schädlingsbekämpfung und die fundamentale Bedeutung der Honigbienen, Wildbienen und Hummeln bei der Blütenbestäubung erläutert.

Große Aufmerksamkeit erzeugten anschließend die großflächigen Aronia-​Pflanzungen. Die bei den meisten Teilnehmern völlig unbekannte, auch als „Schwarze Apfelbeere“ bezeichnete, in Nordamerika beheimatete, winterharte Strauch enthalte in seinen reifen Beerenfrüchten „wundersam heilkräftige“ rote Farbstoffe, meinte die begeisternd argumentierende Mostbäuerin. Das gesunde Geheimnis der Früchte liege im dunklen Pflanzenfarbstoff Anthozyan mit seinen antioxydativen Eigenschaften, der einen natürlichen Zellschutz biete, das Immunsystem stärke und therapeutisch angewendet würde bei Bluthochdruck und Krebserkrankungen. Die Wunderbeere eigne sich auch hervorragend zur

Herstellung von Säften, Marmeladen und Likören.

In der Brennerei bewies die Chefin des Hofes ihre Qualitäten als Universal-​Könnerin. Versehen mit lustigen Anekdoten erklärte sie am Objekt in allgemein verständlicher Weise die Vorgänge bei der Gärung und komplizierten Destillation ihrer Obstwässer und Liköre. Kostproben bezeugten die Vorzüge ihrer begehrten Endprodukte.

Nach der zweistündigen Führung wartete ein zünftiges, aus Naturprodukten des Hofes bestehendes Bauemvesper auf die hungrigen Gäste. Die gesellige Mahlzeit im sehr gepflegten ehemaligen Gutshof der Adelsfamilie von Waldberg-​Wolfegg und die willkommene Einkaufsmöglichkeit im Bauernladen rundeten den informativen Besuch ab, der bei manchen Altböbingern Erinnerungen an ihre ländliche Jugendzeit wachrief.

Während der Fahrt durch die in der letzten Eiszeit entstandene Jungmoränen-​Landschaft mit ihren bewaldeten Moränenwällen, Gletscherzungenseen, Mooren und Riedflächen näherte man sich dem nächsten Reiseziel, dem von der Stiftskirche Sankt Peter dominierten Bade-​und Luftkurort Bad Waldsee. Dort wurden die Teilnehmer schon von einer sympathischen Stadtführerin in Empfang genommen.

Das mittelalterliche Städtchen, bekannt durch zwei Thermal– und mehrere Moorbäder, bestach durch seine beschaulichen Lage um den Stadtsee. Sein Wahrzeichen, die Stiftskirche Sankt Peter, stellte den Höhepunkt der Stadtbesichtigung dar. Der großartige Hochaltar mit seinen kolossalen, gewundenen Säulen und Stuckmarmor-​Einlegearbeiten, geschaffen von Baumeister Dominikus Zimmermann, wirkten überwältigend. Von den ehemaligen Klostergebäuden sind nur noch Teile erhalten. Am mittelalterlich geprägten Rathausplatz, umgeben von der Kulisse wohlhabender Bürgerhäuser, dem staffelgiebligen

Kornhaus und dem prachtvollen, vom früheren Reichtum zeugenden Hochgiebel des Rathauses, ließ die historisch bewanderte Stadtkennerin, belegt durch viele überlieferte Redewendungen, die kaum vorstellbaren Lebensumstände der mittelalterlichen, nicht begüterten Bewohner drastisch wieder aufleben.

Auf einem der einladenden Terrassen-​Cafes an der verkehrsberuhigten Seeufer-​Promenade ließ man mit einem letzten Ausblick über den naturnahen Stadtsee den unvergesslichen Besuch in Oberschwaben ausklingen. Der abendliche Abschluss fand in einem heimatnahen Lokal statt.

Schwäbischer Albverein OG Böbingen/Rems
Otto Rindfleisch Weg 5, 73560 Böbingen
Telefon: 07173/69 95

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